Die Fahrrad Gangschaltung

Als Fahrradfahrer ist es praktisch, die Funktionsweise einer Gangschaltung zu verstehen, denn schließlich handelt es sich hierbei um eine der wichtigsten Komponenten an einem Fahrrad. Grundsätzlich kann aber zwischen einer Kettenschaltung und einer Nabenschaltung unterschieden werden.

Nachfolgend wird auf die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Arten von Gangschaltungen für das Fahrrad eingegangen. Darüber hinaus wird auf den Stellenwert der Anzahl der Gänge eingegangen. Zusätzlich wird erläutert, wie mit unterschiedlichen Arten von Fahrrädern richtig geschaltet wird.

Arten von Schaltungen

Zunächst sollte beachtet werden, dass es verschiedene Arten von Gangschaltungen für Fahrräder gibt. Am bekanntesten sind an dieser Stelle die Kettenschaltung sowie die Nabenschaltung:

Kettenschaltung – Bei der Kettenschaltung ist ein Umwerfer für das Schalten verantwortlich: Vorne oder hinten springt die Kette durch diesen auf ein anderes Zahnrad um, wodurch sich wiederum die Übersetzung verändert.

Nabenschaltung – Eine Nabenschaltung ist wiederum in der Hinterradnabe von dem Fahrrad verbaut. Hier sind entweder Umlaufräder – oder Planetenräder für den Wechsel des Gangs verantwortlich.

Es sollte grundsätzlich beachtet werden, dass die Kettenschaltung deutlich häufiger bei Fahrrädern verbaut wird. Unter anderem bietet diese den Vorteil, dass mehr Gänge integriert werden können, denn diese hängen lediglich von der Art und Größe der Zahnräder ab. Die Nabenschaltung stellt wiederum eine Alternative zu der Kettenschaltung dar, welche weniger häufig verbaut wird, dafür aber weniger anfällig für Schäden ist und sich somit auch durch eine längere Lebensdauer auszeichnet. Das liegt vor allem daran, dass die Gangschaltung in der Hinterradnabe einen größeren Schutz vor Schmutz und Korrosion aufweist und somit auch wartungsfreundlicher ist.

Ralf Roletschek / roletschek.at

Kettenschaltung

Bei der Kettenschaltung handelt es sich um die Art von Gangschaltung für das Fahrrad, welche am häufigsten verbaut wird. Grundsätzlich zeichnen sich die meisten Kettenschaltungen durch vordere und hintere Zahnräder aus. Diese werden auch als Kassetten bezeichnet.

Funktionsweise

Bei der Kettenschaltung sind vorne und hinten mehrere Ritzel beziehungsweise Zahnräder verbaut. Diese zeichnen sich durch unterschiedliche Größen aus. Springt die Kette nun durch den Umwerfer auf ein anderes Ritzel um, so verändert sich dadurch die Übersetzung. Dadurch wird es nun entweder leichter oder schwerer, die Pedale durchzutreten.

Ist das vordere Kettenblatt mit vielen Zähnen versehen und das hintere Kettenblatt wiederum mit weniger Zähnen versehen, so ist die Rede von einer hohen Übersetzung. Das Durchtreten der Pedale wird dadurch schwerer. Sind hingegen sowohl beim hinteren Kettenblatt als auch beim vorderen Kettenblatt viele Zähne vorhanden, so ist die Rede von einer niedrigen Übersetzung, wodurch das Durchtreten der Pedale wiederum leichter wird.

Wie viele Gänge eine Kettenschaltung besitzt, hängt von der Anzahl der Zahnräder ab, welche hier von dem Hersteller verbaut wurde. So gibt es durchaus sogar Kettenschaltungen mit bis zu 27 Gängen. Eine Kettenschaltung zeichnet sich daher durch deutlich mehr Gänge aus als eine Nabenschaltung.

Vor- und Nachteile der Kettenschaltung

Unser Ratgeber “Funktionsweise Fahrradschaltung” nennt ihnen die größen Vor- und Nachteile der Kettenschaltung auf einen Blick, auch im Vergleich zur Nabenschaltung:

Positive
  • individuelle Zusammenstellung der Übersetzung
  • geringes Gewicht
  • niedriger Preis
  • großer Übersetzungsbereich
  • hoher Wirkungsgrad
Negatives
  • schlechter Schutz vor Staub / Schmutz
  • hoher Wartungsaufwand
  • nur während des Tretens Schaltbar

Wo wird die Kettenschaltung verwendet?

Die Einsatzgebiete von einer Kettenschaltung fallen vielfältig aus, denn diese Art der Schaltung kann in der Regel überall verwendet werden. Kettenschaltungen mit bis zu 24 Gängen sind jedoch in erster Linie für ein hügeliges Terrain geeignet. Kettenschaltungen mit noch mehr Gängen eignen sich für jedes andere Einsatzgebiet. Somit ist die Kettenschaltung grundsätzlich nicht nur auf ein bestimmtes Einsatzgebiet zugeschnitten.

Nabenschaltung

Die Nabenschaltung ist geschlossen in der Hinterradnabe von dem Fahrrad eingebaut und somit nicht auf den ersten Blick sichtbar. Dies führt aber dazu, dass der Wartungsaufwand hier deutlich geringer ist, da die Nabenschaltung mit weniger Schmutz in den Kontakt kommt. Da eine Nabenschaltung deutlich teurer ist, wird diese in der Regel auch seltener verbaut.

Funktionsweise

Die Nabenschaltung funktioniert ganz anders als die Kettenschaltung, denn hier sind keine Umwerfer, Kettenblätter oder Kassetten vorhanden. Das Schalten der Gänge funktioniert bei der Nabenschaltung über Planetenräder, welche auch als Umlaufräder bezeichnet werden. Dabei umkreisen Zahnräder auf den Hinterradachsen ein zentrales Zahnrad. Daher kommt auch der Name „Planetenrad“ oder „Umlaufrad“ zustande. Beim Gangwechsel kommt es dann entweder zu einer kleineren – oder zu einer größeren Übersetzung.

Es befinden sich typischerweise mehrere Planetenräder in der Hinterradnabe, damit auch mehrere Gänge vorhanden sind. Bei einer modernen Gangschaltung sind somit bis zu 14 Gänge möglich. Es sollte aber beachtet werden, dass bei einer Nabenschaltung keine Gänge übersprungen werden können, was wiederum bei der Kettenschaltung möglich ist.

Welche Vor- und Nachteile hat die Nabenschaltung?

Unser Ratgeber “Funktionsweise Schaltung” zeigt Ihnen übersichtlich die größten Vorzüge und Nachteile der Nabenschaltung – auch im Vergleich zur konkurrierenden Kettenschaltung:

Positive
  • einfache Bedienung
  • wenig Wartungsaufwand
  • Langlebig
  • Schalten im Stand möglich
  • Schutz vor Schmutz
Negatives
  • hohes Gewicht
  • hoher Preis
  • Pedal muss gestoppt werden zum Schalten
  • schlechter Wirkungsgrad
  • kein Überspringen von Gängen möglich

Wo wird die Nabenschaltung verwendet?

Die meisten Fahrräder mit einer Nabenschaltung zeichnen sich durch 9 Gänge aus. Dadurch lassen sich diese in erster Linie auf einem flachen Terrain einsetzen. Aus diesem Grund wiederum lassen sich solche Gangschaltungen wie Citybikes oder Fahrrädern für Kurzstrecken wiederfinden.

Fährräder mit einer Nabenschaltung, welche bis zu 14 Gänge aufweisen, zeichnen sich wiederum durch eine deutlich anspruchsvollere Technik aus, lassen sich dafür aber auch für mehr Zwecke einsetzen: Unter anderem werden solche Fahrräder auch im Offroad-Bereich oder von Leistungssportlern eingesetzt.

Wie wichtig ist die Anzahl der Gänge?

Die Anzahl der Gänge stellt bis zu einem gewissen Grad einen wichtigen Faktor dar, denn je mehr Gänge vorhanden sind, desto größer ist auch die Anzahl an unterschiedlichen Übersetzungen, welche mit dem jeweiligen Fahrrad möglich sind. Kleine Übersetzungen sind wichtig, um auch die steilsten Berge zu erklimmen. Größere Übersetzungen sind wiederum für eine höhere Geschwindigkeit auf flachen Ebenen notwendig.

Allerdings sollte auch beachtet werden, dass eine Anzahl von bis zu 27 Gängen bei einer Kettenschaltung nicht zwingenderweise zu einer größeren Anzahl an Übersetzungen führt, denn hier überschneiden sich verschiedene Übersetzungen bereits und fallen nahezu identisch aus. Ideal ist es also, wenn möglichst viele Übersetzungen vorliegen.

Wer im kleinsten Gang noch über den steilsten Hügel kommt und im größten Gang wiederum bei einer Abfahrt mit etwas mehr Kraft mittreten kann, hat das ideale Fahrrad ausgewählt.

Richtig schalten mit deinem Fahrrad: E-Bike, MTB und Rennrad

Es sollte beachtet werden, dass es zwischen verschiedenen Fahrradtypen Unterschiede in der Schaltung, der Bedienung der Schaltung und dem richtigen Schalten gibt. Daher wird nachfolgend auf diese Faktoren bei den bekanntesten und beliebtesten Arten von Fahrrädern eingegangen:

E-Bike – Bei einem E-Bike lassen sich grundsätzlich sowohl Kettenschaltungen als auch Nabenschaltungen vorfinden. Handelt es sich um eine Kettenschaltung, so sind teilweise bis zu 4 verschiedene Hebel vorhanden. Dabei wird in der Regel mit den rechten Hebeln zwischen den verschiedenen Gängen hin – und hergeschaltet. Mit den rechten Hebeln wird wiederum meist die Unterstützungsstufe bedient.

Generell eignet sich eine Kettenschaltung bei einem E-Bike gut für sportliche Fahrräder, denn Kettenschaltungen sind auch für leistungsstärkere Motoren geeignet. Ist eine Nabenschaltung bei einem E-Bike vorhanden, so wird diese wiederum über einen besonders übersichtlichen Drehschalter bedient, was deutlich einfacher ist.

Mountainbike – Bei den meisten Mountainbikes ist eine Kettenschaltung vorhanden. Es sollte beachtet werden, dass der Gang hier nur gewechselt werden sollte, wenn ein leichter Druck auf die Pedale ausgeübt wird. Bei einem starken Druck kann die Kette nämlich durchaus abspringen. So sollte der passende Gang am besten vor einem steilen Hügel gewechselt werden.

Bei einigen Mountainbikes ist auch eine Nabenschaltung vorhanden. Hier muss zum Wechseln des Gangs wiederum eine kurze Tretpause eingelegt werden. Daher empfiehl es sich auch hier, bereits vor einem steilen Hügel den passenden Gang einzustellen.

Rennrad – Bei den meisten Rennrädern ist eine Kettenschaltung vorhanden, welche wiederum über einen kleinen Hebel bedient wird, welcher in den Bremshebel integriert ist. Im linken Bremshebel wird dabei die Einstellung der vorderen Gänge vorgenommen, wobei im rechten Bremshebel die Einstellung der hinteren Gänge vorgenommen wird.

Da die meisten Rennradfahrer beim Schalten keine Zeit verlieren möchten, sollte diese kurz vor dem Schaltvorgang noch etwas kräftiger in die Pedalen treten und beim Schalten selbst nur einen geringen Druck ausüben. So wird Zeit gespart und gleichzeitig werden die Kette und die Zahnräder effektiv geschont.

Fazit

Die Kettenschaltung und die Nabenschaltung zählen zu den bekanntesten Gangschaltungen für Fahrräder überhaupt. Die Kettenschaltung zeichnet sich durch geringere Kosten, eine höhere Anzahl an Gängen, ein geringes Gewicht und einen großen Übersetzungsbereich aus. Die Nabenschaltung zeichnet sich wiederum durch eine hohe Langlebigkeit, einen geringen Pflegeaufwand, einen guten Schutz vor Verschmutzungen und eine einfache Bedienung aus. Welche Schaltung nun für das Fahrrad ausgewählt wird, hängt neben dem Einsatzbereich vor allem auch von den persönlichen Präferenzen ab.

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